Nachdem ich mein kreatives Schaffen in den letzten Jahren ganz der Fantasy-Reihe „Das Licht und die Wildnis“ verschrieben hatte, entschied ich mich im Herbst 2018, einmal versuchsweise (und um meinen Geist ein wenig „freizurütteln“) in einem anderen Genre zu schreiben. Die Vorlage fand ich in einer Kurzgeschichte mit dem Titel „Das Erbe des Hexenjägers“, die ich aus einer spontanen Eingebung heraus vor einigen Jahren einmal innerhalb von ein oder zwei Tagen verfasst hatte.

Persönlich muss ich sagen, dass ich am Okkulten kein allzu großes Interesse habe. Unterhaltsam aber ist die Thematik zweifellos. Ich begann daher, mich mehr mit dem Thema zu beschäftigen. Ich besorgte mir das Standardwerk zum Hexenglauben und zur Hexenverfolgung, den „Hexenhammer“ von 1486, recherchierte auf verschiedenen Fachseiten und so weiter. Anschließend machte ich mich an einen ersten Entwurf für die Gesamtgeschichte. Anfangs fragte ich mich noch, ob es mir wirklich gelingen würde, eine echte „Verbindung“ mit der Geschichte herzustellen. Diejenigen, die mir schon länger folgen, wissen, wie sehr mir meine Fantasy-Serie „Das Licht und die Wildnis“ am Herzen liegt und wie sehr ich dort versuche, neben dem reinen Unterhaltungswert auch auf Grundthemen der menschlichen Erfahrung einzugehen und das Ganze in „schöne“ Sprache zu gießen.

Nach einer Weile aber „klickte“ es zwischen mir und der Geschichte, insbesondere, als das internationale Team von Hexenjägern sich formierte und die Persönlichkeiten der einzelnen Mitglieder zur Entfaltung kamen. Es bereitete mir beim Schreiben große Freude, die Handlung voranzutreiben, „mein“ Berlin zu würdigen und, im Gegensatz zur Fantasy, erstmals das volle Arsenal einer echten Welt mit all ihren Technologien zur Verfügung zu haben. Auch machte ich mir den Spaß, Freunde und Verwandte mit einzubeziehen, um Passagen in „echtem“ Latein, mexikanischen Spanisch und Hebräisch mit einzubauen. Als Geschichtsliebhaber war es mir zudem eine besondere Freude, verschiedene tatsächliche historische Ereignisse mit einzubinden. Selbst, was Sternenkonstellationen und Himmelsereignisse angeht, habe ich mich bemüht, akkurat zu recherchieren.

Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich mich für dieses Projekt entschieden habe, auch wenn ich mir nicht sicher bin, inwiefern Leser von „Das Erbe des Hexenjägers“ mit der Reihe „Das Licht und die Wildnis“ etwas anfangen können (und umgekehrt). Schließlich habe ich hier bewusst einiges anders gemacht. „Das Erbe“ unterscheidet sich von „Das Licht“ vor allem unter folgenden Aspekten:

  • Stärker Handlungsgetriebener Ansatz: In „Das Licht“ stellt die Handlung eher eine Art roten Faden oder eine „Klammer“ dar, die die Geschichte zusammenhält. Der Fokus liegt dort auf Atmosphäre, Immersion, Dialogen und Beziehungen. Im „Erbe“ habe ich stattdessen bewusst einen stärker handlungsgetriebenen Ansatz gewählt. Es „passiert“ schlichtweg mehr, auch wenn die oben genannten Aspekte sicher nicht zu kurz kommen. Für mich war es eine interessante und angenehme Erfahrung. Ich bin gespannt, wie es die Leserschaft empfindet.
  • Mehr Abweichungen von der Erzählung „in Echtzeit“: Im „Licht“ ist es integraler Bestandteil des Gesamtkonzepts, dass der Leser die Handlung fast vollkommen in „Echtzeit“ erfährt und dadurch beispielsweise auch „Längen“ in der Handlung als solche erlebt, um dadurch die Erfahrung des Protagonisten zu teilen. Im „Erbe“ habe ich mir hier mehr Freiheit genommen, um den Fokus auf die Kernhandlung und deren zentrale Handlungselemente zu richten
  • Fokus auf den „Unterhaltungsaspekt“: Anders als die oft intuitive und manchmal „philosophielastige“ Erzählweise in „Das Licht“ habe ich mich beim „Erbe“ bewusst stärker auf eine „konventionellen“ Erzählweise und Handlungsfolge konzentriert. Ich bin recht zuversichtlich, dass es mir gelungen ist, ohne dabei zu vorhersagbar zu werden oder gar zu sehr in Gerne-Klischees zu verfallen
  • Abgeschlossene Geschichte in einem Buch: Nach meiner Serien-Erfahrung mit „Das Licht“ war es mir sehr wichtig, eine „vollwertige“, also in sich abgeschlossene Geschichte in einem einzelnen Buch zu erzählen. Fortsetzungen sind erst einmal nicht konkret geplant, aber ausgeschlossen sind sie auch nicht.

Soviel von mir zum Hintergrund. Danke fürs Zuhören. Ich hoffe, Ihr habt Euren Spaß an der Geschichte.

Bis bald in einem neuen Abenteuer.

Matthias J. Diaz